FWG-Kreistagsfraktion  setzt sich für Reaktivierung der
WLE-Strecke Münster – Sendenhorst ein

FWG fordert Wasserstoff-Triebwagen

Die Kreistagsfraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hat den Antrag gestellt, dass sich die Vertreter in der Gesellschafterversammlung und im Aufsichtsrat der Westfälischen Landeseisenbahn GmbH für den Einsatz einer für den Personenverkehr reaktivierten WLE-Strecke,  insbesondere der Strecke zwischen Münster und Sendenhorst, einsetzen sollen. Als Triebwagen vorgesehen sind derzeit noch Dieselfahrzeuge, doch die Vertreter der Kreistagsfraktion der FWG fordern die umweltfreundliche Variante von Wasserstoff-Triebwagen.

„Seit circa drei Monaten pendeln auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude in Niedersachsen zwei Wasserstoff-Triebwagen.  Die Begeisterung für diese Technik ist in der Neujahrsausgabe des „Hamburger Abendblattes“ nachzulesen, in der Dr. Jens Sprotte, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtverkehr bekundet, wie gut der Probebetrieb laufe. Wasserstoffzüge funktionieren genauso gut wie Dieselzüge, fahren jedoch wesentlich leiser und stoßen keine Abgase aus, sondern nur Wasserdampf“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der FWG,  Dorothea Nienkemper. Für den Betrieb der Brennstoffzellenzüge wird Wasserstoff benötigt, der in den Brennstoffzellen in Luft und Wasser umgewandelt wird. In diesem Prozess entsteht Strom, der Akkus an Bord auflädt und die Elektromotoren antreibt. Mit dem Konzept hat sich die B.f.A. in Sendenhorst/Albersloh intensiv beschäftigt und schlägt vor, die Planungen in Niedersachsen zum Vorbild zu nehmen und die Reaktivierung der WLE-Strecke so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten.

Mit dieser Technik würde sich der Betrieb der Eisenbahnstrecke zukunftsweisend gestalten. Die Vorort verfügbare Energie aus Windkraft und Biogas könnte sinnvoll für die Wasserstoffproduktion genutzt werden. Nach Meinung von B.f.A.-Mitglied Volker Dörken: „Eine absolute Win-Win-Situation. Für die Bahn, für die Region, die Menschen und die Umwelt“. Für die Anschaffung von 14 Brennstoffzellenzügen stellt das Land Niedersachsen 81,3 Millionen Euro zur Verfügung. Auch in NRW sind Mittel für den Betrieb sauberer Verkehrsmittel verfügbar, die zur Umsetzung des Modellprojektes „Brennstoffzellenzüge mit Infrastruktur“ eingesetzt werden können. Weiterhin sind Bundes- und EU-Mittel verfügbar. Hans-Ulrich Menke, Fraktionsvorsitzender der B.f.A. sagt dazu: „Angesichts der momentanen Diskussion über die Luftverschmutzung ein sauberes Vorbild für NRW!“

Die Fraktion der FWG hat nun auch einen Antrag gestellt, die Möglichkeit einer Vorort-Produktion und Lagerung des erforderlichen Wasserstoffs zu prüfen.

 „Seit 2017 hat Herr Johann Ubben, Bereichsleiter Eisenbahn der WLE im Rahmen von Beteiligungsterminen und Podiumsdiskussionen mitgeteilt, dass der Einsatz von Wasserstoff-Fahrzeugen auf einer für den Personenverkehr reaktivierten Strecke geprüft würde“, so Nienkemper.  In der WN vom 28. April 2018 war dann in einem Beitrag unter dem Titel „NWL setzt auf neue Antriebstechniken“ zu lesen, dass der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) bis 2030 seinen Dieselstrecken ein Öko-Upgrade verpassen will und nur noch Triebwagen mit Elektro-/Batterie- oder Brennstoffzellentechnik fahren lassen will.

Mit dem Einsatz für die Wasserstofftechnologie kann unser Kreis zeigen, wie bedeutend neue und saubere Technologien gewichtet werden. Diese Chance sollte nicht ungenutzt bleiben“, so Nienkemper.

 

Text : E. Eickmeier